Sonntag, 20. Januar 2019

C und F im Clinch

Der Wiener Athletisport Club, kurz WAC, befand sich im Mai 1910 auf einer Tournee durch Deutschland, in deren Rahmen man in München, Nürnberg, Karlsruhe und Stuttgart spielte.
Im Umfeld dieser Reise kam es zu Unstimmigkeiten zwischen zahlreichen Spielern und der Vereinsleitung, die in weiterer Folge dazu führten, dass ein Teil der Kampfmannschaft und große Teile der zweiten Mannschaft den WAC verließ und einen neuen Verein gründeten.

Der Wiener Associationfootball-Club,dessen Abkürzung als Zeichen der Rivalität ebenfalls WAC ergeben sollte, wurde jedoch sowohl von den Fans als auch von den Medien mit WAF abgekürzt wodurch der Klub unter eben diesem Kürzel bekannt wurde.

Als 1911 die erste Fußballmeisterschaft gestartet wurde waren sowohl der WAC als auch der WAF dabei.
Am 8. Oktober 1911 war es dann soweit. Zum ersten Mal standen sich die beiden Rivalen gegenüber. Der Cricketer Platz in der Vorgartenstrasse war Schauplatz des Duells das 2:2 endete. Zweimal war der WAF in Führung gegangen, zweimal hatte der WAC ausgeglichen. Torschütze des 1:0 war kein geringerer als Richard Kohn - der später als "Little Dombi" bekannt wurde und dem großen FC Bayern zu seinem ersten Meistertitel verhalf.

Hier ein AustrianFootball Artikel zu Richard Kohn:
http://austrianfootball.blogspot.com/2016/02/dombi.html

Das zweite Aufeinandertreffen, das am Sonntag den 3.3.1912 auf dem WAC Platz stattfand ging mit 3:1 klar an den WAC. In der Tabelle beendete der WAF die Meisterschaft jedoch direkt vor seinem Erzrivalen auf Platz 3.

Im Folgejahr spielte der WAF um die Meisterschaft mit und verpasste diese am Ende zwar deutlich um 7 Punkte hatte jedoch ebenso viele Punkte mehr auf dem Konto als der WAC. Immerhin stellte der WAC mit Johann Neumann den Torschützenkönig.

In der Saison 1913/14 schrieb der WAF schließlich Fußballgeschichte. In einem Herzschlagfinale lag der WAF am letzten Spieltag 2 Punkte hinter Tabellenführer Rapid zurück. Rapid verlor jedoch seine Abschlusspartie gegen Simmering während der WAF einen 0:1 Rückstand bei der Vienna in ein 4:1 vewandelte und durch den 4:2 Endstand mit den Hütteldorfern gleichzog. Die Regeln besagten, dass bei Punktegleichheit zuerst die Anzahl der Siege und dann die Tordifferenz herangezogen werden mussten. Der WAF hatte zwar das schlechtere Torverhältnis, doch mit zwölf Siegen einen mehr als Rapid und kürte sich damit zum österreichischen Meister.

Die Meisterschaft 1915 brachte ein heißes Duell des amtierenden Meisters mit dem Erzrivalen aus dem Prater, dem WAC. Die Meisterschaft, aufgrund des Ersten Weltkrieges, nur in einer Frühjahrsrunde ausgetragen, fand nach nur 9 Runden ihren Sieger. Einen Punkt Vorsprung hatte der WAC am Ende auf den WAF. Das direkte Duell, bei dem der WAF Heimvorteil genoss, entschied der WAC durch einen Treffer von Jan Studnicka, einem der Gründungsväter des Fußballsports in Österreich, mit 1:0 für sich.
Der WAF durfte sich jedoch zumindest über den Titel des Torschützenkönigs freuen. Franz Heinzl gelangen 12 Treffer in 9 Spielen.

In der Saison 1919/20 erreichte der WAF nur den Vorletzten Tabellenplatz, konnte sich jedoch in den Folgesaisonen rehabilitieren und feierte 1921/22 seinen zweiten und letzten Titel der Vereinsgeschichte. Am 02.07.1922 standen sich auf der hohen Warte der WAF und die Amateuere, die spätere Austria, gegenüber und duellierten sich um den Cuptitel. Die Amateure waren in der 21. Minute durch Konrad in Führung gegangen Adolf Fischera (43.) und Albert Klein (63.) drehten die Partie und sicherten dem WAF den Cupsieg.

In der Folgesaison stieg zur Freude der WAF Anhänger der WAC ab. Der sofortige Wiederaufstieg verhinderte jedoch ein weiteres Duell, da der WAF, nach Abgängen ihrer besten Spieler unter anderem Fischera, Heinzl oder Janczik nicht mehr mithalten konnte und eine Saison nach dem WAC abstieg. Im Gegensatz zum WAC, der sich über viele Jahre im Wiener Fußball etablierte und dreimal den Pokal gewinnen durfte ging es mit dem WAF steil bergab. Nach einigen Fusionen wurde der Klub schließlich 1927 aufgelöst. Zwar wurde dieser neu gegründet, kam jedoch über die Niederungen des Wiener Fußballs nie mehr hinaus.

So blieb der 5:3 Sieg des WAC am 25. Februar 1923 auf dem Wacker-Platz das letzte Pflichtspiel-Duell des WAF und des WAC. Die 8 Treffer teilten sich nur 2 Spieler auf.  Johann Neumann erzielte auf Seiten des WAC alle 5 Treffer. Guido Reinalter die 3 des WAF.

Quelle: Wikipedia

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