1962 fand das Wiener Stadthallenturnier erstmals ohne Rapid und Austria statt, die beide absagten.
In Abwesenheit der beiden Zugpferde entwickelte sich trotzdem ein attraktives Turnier.
Titelverteidiger WAC, der Wiener Sportclub, die Admira, Simmering und Schwechat ritterten um den Turniersieg.
Die Schiedsrichter waren, aufgrund der zahlreichen Verletzungen im Vorjahr angewiesen rigoros durchzugreifen.
Einige Akteure verfügten schon über mehrjährige Hallenerfahrung und waren bei ihren Teams durchwegs die Leistungsträger.
Bis auf den ersten Turniertag konnte sich Neuling Schwechat nicht etablieren. Bei der Admira, ebenfalls Hallendebütant, lief es etwas besser, vermutlich aufgrund der Tatsache, dass die Jedleseer bereits einige Akteure mit Hallenerfahrung in ihren Reihen hatten.
Die beiden bestimmenden Teams waren der Wiener Sportclub und der WAC. Am zweiten Spieltag gab es das direkte Aufeinandertreffen. Nach einem Unentschieden am ersten Tag lag der WAC einen Punkt hinter dem im Erstrundenspiel siegreich gebliebenen Sportclub. Doch die Pratermannschaft entschied das Duell für sich und überholte den Konkurrenten und lag punktegleich mit Simmering, das jedoch schon ein Spiel mehr bestritten hatte auf dem ersten Tabellenplatz.
WAC – Sportclub 4:3 (3:1)
WAC: Grois; Nemansky, Hruska; Lenzinger, Szokoll, Schilling, F. Cejka, Tikal, Schuhmandl, Swoboda
Sportclub: Bogner; Kainrath, Hasenkopf; Windisch, Weiß; Knoll, Hof, Oslansky; Gänsthaler, Büllwatsch, Kittinger
Tore: Hruska (2), Schuhmandl, Schilling / Büllwatsch, Oslansky, Kainrath – SR. Seipelt
Die Stärksten: Hruska, Schuhmandl / Hasenkopf, Kainrath, Knoll
Der WAC ging durch Schuhmandl und zweimal Hruska mit 3:0 in Führung, wurde aber vorwiegend durch die 2. Sturmreihe der Dornbacher wieder eingeholt. Die erste mit Hof, Knoll und Oslansky spielte zu viel „Klein-Klein“ und konnte der WAC-Abwehr mit Hruska und Nemansky damit nicht Herr werden. Zehn Minuten vor Schluss erzielte Schilling den Siegtreffer. Hruska war das Um und Auf beim WAC, beim Sportklub waren Hasenkopf, Kainrath und Knoll die Besten.
Doch der Finaltag war höchst ereignisreich. Im ersten Spiel besiegte die Admira den WAC überraschend mit 4:1. Der Sportclub bezwang Schwechat klar mit 10:1 und übernahm die Tabellenführung. Um die Rückeroberung derselben ging es im 3. Spiel des Tages zwischen WAC und Simmering, das der WAC mit 4:2 gewann.
WAC – Simmering 4:2 (2:1)
WAC: Grois; Nemansky, Hruska; Szokoll, F. Cejka, Schilling; Hollaus, Schuhmandl, Pangerl
Simmering: Kienast; Geyer, Kantor; Steibl, Löffelmann; Hübler, Neubauer, Petermichl; Tauscher, Medveth II, Ivanics
Tore: F. Cejka (2), Szokoll, Schuhmandl / Ivanics, Neubauer – SR. Seipelt
Die Stärksten: Grois, Nemansky, Hruska / Neubauer
Trotz zahlreicher Stangenschüsse (Simmering fünf, WAC drei) war das Spiel nicht hochklassig.
Der WAC wollte nicht, Simmering konnte nicht. Obwohl der WAC weit unter seinen Möglichkeiten blieb konnten die Simmeringer keine entscheidenden Vorteile herausholen. Der WAC ließ nur phasenweise seine Routine und Hallenerfahrung aufblitzen, doch es reichte zum klaren Sieg. Grois, Nemansky und wieder einmal Hruska waren die besten Spieler beim WAC.
Das letzte Spiel sollte nun die Entscheidung bringen . Würde der Sportclub verlieren wäre der WAC Turniersieger bei einem Sieg dürften erstmals die Dornbacher über den Titel jubeln. Mit einem klaren 4:2, der Sportclub war bereits 4:0 in Führung gelegen, entschieden die Sportclub-Spieler das Fernduell für sich.
Der Sieg des Sportclub darf durchaus als gerecht bezeichnet werden, da die Mannschaft über die Dauer des Turniers den besten Hallenfussball spielte. Der WAC war etwas schwächer als in den beiden vorangegangenen Jahren, musste aber auch auf die beiden Kaltenbrunner Brüder, die den Verein verlassen hatten, verzichten.
Das entscheidende letzte Spiel des im Meisterschaftsmodus ausgetragenen Turniers gewann der Sportclub gegen die Admira
Sportclub – Admira 4:2 (2:0)
Sportclub: Bogner; Kainrath, Hasenkopf; Oslansky, Hof, Knoll; Weiß, Gänsthaler, Büllwatsch; Windisch, Kittenberger
Admira: Pelikan; Kolarik, Koschier I; Körner, Kaltenbrunner II, Skerlan, Stamm, Bedernik, Pinisch
Tore: Hof (3), Weiß / Skerlan, Kolarik – SR. Steiner
Die Stärksten: Hof, Hasenkopf / Körner
4:0 stand es bereits für den Sportklub, der, angetrieben vom überragenden Hof, keine Probleme mit der Admira hatte. Besonderes Gustostückerl war sein 3:0, als er 3 Gegenspieler täuschte, und den Ball unhaltbar im Kreuzeck versenkte.Bei der Admira bot Körner eine gute Leistung, doch er allein konnte die Niederlage nicht verhindern. Mit dem Sieg in diesem Match konnte der Sportklub den Hallentitel erringen.
Dass eine Teilnahme finanziell unattraktiv sei wiederlegten die Prämien.
Finanziell gab es einen interessanten Aufteilungsschlüssel: Sieger 24%, Zweiter 22%, Dritter 20% , Vierter 18%, Fünfter 16% der Einnahmen.
Der Sportclub verdiente somit rund ATS 40.000,00, Schwechat immerhin noch rund ATS 25.000,00.
Quelle: Kurier und Krone Archiv
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen